Book Review: Mary Shelleys „Frankenstein“

Frankenstein, dabei geht es doch, um einen verrückten Professor, der ein Monster aus menschlichen Körperteilen mithilfe der Elektrizität zum Leben erweckt, oder? Ja und nein. In Mary Shelleys Roman Frankenstein geht es nicht um ein umherwanderndes Monster und darum, wie gruselig dieses ist. Der Roman ist nicht ohne Grund ein Klassiker. Darum möchte ich meine Erfahrungen zu Mary Shelleys Gothic Novel teilen.

Was ist denn eine Gothic Novel?

Eine Gothic Novel ist weder die FanFiction-Story einer in schwarz gekleideten Teenagerin noch sonst eine subkulturelle Ausdünstung. Gothic Novels sind eine literarische Gattung. Zu Gothic Novels gehören zum Beispiel Meisterwerke wie Oscar Wildes Das Bildnis des Dorian Gray, Emily Brontes Jane Eyre, Bram Stokers Dracula sowie auch Stevensons Dr. Jekyll and Mr. Hyde. Gothic Novels stammen (in der Regel) aus den Jahren unmittelbar vor der Jahrhundertwende ins 20. Jahrhundert und haben ein oder mehrere übernatürliche Elemente, die in die Storyline verwebt sind. Diese können sehr prominent sein, aber auch subtil eingebaut. Das ist ein sehr wichtiger Punkt zur Unterscheidung von Gothic Novels und z.B. reinen Fantasy-Romanen.

Mary Shelleys „Frankenstein“

Die Geschichte beginnt mit dem ambitionierten und priviligierten Victor Frankenstein, der in seinem Ehrgeiz ein lebendes, fühlendes Wesen erschafft, vor welchem er entsetzt davonläuft, weil es hässlich ist…. Ja, genau. Dieser Sohn wohlhabender Eltern verkriecht sich vor Angst in seinem Bettchen und badet in Selbstmitleid. Während man als Leser darauf wartet, dass Victor seine Verantwortung gegenüber seiner Schöpfung erkennt, wandert das arme Wesen durch die Welt und sammelt alle möglichen Sinneseindrücke. Gemeinsam mit dem Monster entdeckt der Leser Gefühle wie Schmerz, Freude, Hunger, Angst und nicht zuletzt Liebe. Das Monster stößt aufgrund seines Äußeren oft auf brutale Ablehnung oder panische Furcht. So steht der moderne Prometheus – so lautet nämlich der Untertitel von Mary Shelleys Frankenstein – vor der Entscheidung gut zu sein und es weiterhin mit den Menschen zu versuchen, sich zurückzuziehen oder aber seine Kraft und Ausdauer zu nutzen, um sich an den Menschen zu rächen, die ihn ablehnen, jagen und verletzen wollen. Das Monster lernt lesen und liest in verschiedenen Werken wie auch in Miltons Paradise lost. Es wurde von seinem Schöpfer verstoßen. Das ist natürlich eine Parallele zu Adam und Eva, die von Gott aus dem Paradies verstoßen wurden und auf Lebzeit vor der Entscheidung stehen Satan oder Gott zu folgen. So ist auch das Monster hin- und hergerissen. Das Ende möchte ich nicht verraten für alle, die Frankenstein noch nicht gelesen haben und nein, einen Film geschaut zu haben, welcher diesen Titel trägt, zählt nicht…

Mein Eindruck

Ich liebe dieses Werk aus zwei Gründen.

  1.  Das Werk hat viele Bedeutungsebenen und hat dennoch etwas von einem spannenden Abendteuerroman.
  2. Bewunderung & Erstaunen: Als Mary Shelley diesen Roman schrieb, war sie gerade einmal 18 Jahre jung.
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